Mit „Das Erbe der Morc“ will uns die RETROFABRIK mit ihrer Masters of the Universe-Hörspielfolge 9 erneut glücklich und zufrieden machen.
Diese ist seit dem 16.12.2025 offiziell verfügbar und somit das ideale Weihnachtsgeschenk für alle MotU-Fans.
Ob das nach dem Anhören ein Grund zum Freuen oder Weinen ist, erfährst du in meiner Hörspielkritik.
Worum geht’s in Das Erbe der Morc?
Das Geheimnis um die schwarze Kammer der Morc führt den Meisterkämpfer Jitsu und He-Man, den Stärksten der Starken, in die Fänge eines kriegerischen Kultes. Die Verteidiger Grayskulls folgen ihrem Freund in eine unbekannte Region Eternias voller Überraschungen und Gefahren. Ein mächtiger Anführer erhebt Anspruch auf die Herrschaft über den Planeten und schreckt vor nichts zurück, um sein Ziel zu erreichen. He-Man muss sich einer Bedrohung stellen, wie er sie noch nie erlebt hat. (Quelle: RETROFABRIK)

Monster of the Week
Mit Hörspielfolge 9 „Das Erbe der Morc“ aus der Masters of the Universe-Reihe wird uns diesmal eine weitestgehend von den bisherigen acht Episoden losgelöste Folge präsentiert. Als „Monster of the Week“ bekommen wir es mit dem Anführer eines Kultes zu tun, der vor nichts zurückschreckt.
Persönlich mag ich solche losgelösten Geschichten, die abseits der eigentlichen Rahmenhandlung stattfinden. Hier kann man sich mehr trauen und die – bewusst oder unbewusst – auferlegten Zwänge der Hauptgeschichte abstreifen.
Mit einer Laufzeit von 65 Minuten gibt es auch wieder jede Menge zu hören.
So haben zum Beispiel Stridor und Nightstalker Auftritte … und zwar anders, als man sie bisher aus der bekannten Lore zu kennen glaubte.

Ein Sprung nach vorne
Treue Leser meiner Hörspiel-Reviews werden mitbekommen haben, dass ich von Folge 8 nach anfänglicher Euphorie zum Schluss doch ein kleines bisschen ernüchtert war.
Bei Folge 9 ist Aufatmen angesagt, denn hier war ich von vorne bis hinten positiv von „Das Erbe der Morc“ überrascht.
Vielleicht lag es auch daran, dass ich aufgrund der losgelösten Handlung keine große Erwartungshaltung hatte – anders als bei „Hinter dem Höllentor“. Trotzdem muss man seine Hörspiel-Hausaufgaben ja auch erst einmal ordentlich erledigen und das hat das Team der RETROFABRIK meiner Meinung nach definitiv getan!
Ich mag es unter anderem, von Nebencharakteren mehr mitzubekommen. So etwas wünsche ich mir auch für den einen oder anderen Charakter auf der guten wie auf der bösen Seite. Gezielt dosiert wäre das eine tolle Abwechslung und würde dem Ganzen noch mehr Tiefe verleihen.
Als Beispiel nenne ich hier Folge 9 „Die Ebene der Ewigkeit“ (die übrigens auch in der Folge 9 der RETROFABRIK eine kleine Erwähnung findet) der EUROPA-Hörspiele. Keine sonderlich gute Folge – aber jedem MotU-Fan von damals dürfte die Geschichte rund um Trap Jaw bis heute im Gedächtnis geblieben sein.

Dass Skeletor und Hordak samt ihrer Schergen – Ausnahme Jitsu – hier keinen Auftritt haben, hat mich persönlich überhaupt nicht gestört. Vielmehr übernehmen Suke (gesprochen von Sascha Draeger) und vor allem Yabura (Lutz Mackensy) als Anführer des geheimnisvollen Kultes gekonnt das Ruder der Bösewichte.
Was mir ebenfalls gefallen hat: Cringer bzw. Battle Cat, der erneut teilweise etwas kratzbürstig wirkt. Mehr darf es meiner Meinung nach nicht werden, da es sonst droht, ins Respektlose abzudriften. Bis jetzt spricht die Kampfkatze aber häufig genau das aus, was sich mancher Zuhörer hier und da ohnehin denkt.
Auch die Dialoge zwischen Jitsu und He-Man mag ich. Sie werfen sich die Bälle gekonnt hin und her, wobei jederzeit ein offener Konflikt droht – der schließlich auch kommt.

Dass Teela in einer Szene zwischen Man-E-Faces, Fisto und Man-at-Arms ihre Frau steht und sogar Man-at-Arms sprachlos macht, fand ich sehr gelungen.
Super, dass Teela in den Folgen der RETROFABRIK deutlich stärker und mächtiger rüberkommt als noch in den alten EUROPA-Teilen. Bitte unbedingt daran festhalten!
Schön ist auch, dass die Autoren erneut das Thema Zauberkraft aufgreifen und zeigen, wie sich diese auf He-Man und Battle Cat auf Dauer negativ auswirkt und sogar zu einer großen Gefahr für sie wird. Hier bin ich gespannt, wie das weitergeführt wird und ob sich dafür eine Lösung finden lässt.
Was mir weniger gut gefällt, ist, wie leichtfertig He-Man diesmal sein Leben – sogar für einen Feind – mit offenen Augen riskiert, ohne irgendetwas zu hinterfragen. Ja, er ist der stärkste Mann des Universums, aber das war mir dann doch etwas zu plump. Das lässt sich allerdings mit der ehapa-Vorlage begründen. Sicherlich nicht immer einfach, die doch sehr simpel und kindlich gehaltene Vorlage für erwachsene Ohren umzuschreiben. Abseits davon muss die Geschichte ja auch irgendwie ins Rollen kommen.
Ausgeglichen wird das Ganze durch die Sorge von Battle Cat in Richtung He-Man. Das fand ich sehr glaubwürdig!
Meine größter Kritikpunkt hat nichts mit der Folge 9 zu tun
Mein größter Kritikpunkt ist allerdings einer, der noch nicht einmal direkt etwas mit „Das Erbe der Morc“ zu tun hat – und der heißt Dragstor!
Sein Werdegang fehlt seit Theydons Gefangenschaft in Folge 6 „Im Tal der Bestien“ nach wie vor in der Story.
Das, liebe Autoren, ist mir deutlich zu lange für eine Hörspielserie, deren Folgen maximal einmal im Monat erscheinen.
Und bei der Gelegenheit: Was ist eigentlich aus dem Charakter mit dem langen Rüssel geworden, den man am Ende von Folge 6 tröten hört?

Hier muss man meiner Meinung nach deutlich mehr Speed auf die Kette bekommen, wenn Charaktere bereits so prominent angeteasert werden!
Etwas anderes wäre es, wenn eine dunkle Bedrohung am Horizont auftaucht und langsam, aber sicher immer näher kommt. Bei Charakteren aus dem MotU-Universum ist eine Warterei von ca. einem halben Jahr für mich schlicht deutlich zu viel. Und seit drei Folgen bekommt man von den beiden überhaupt nichts mehr mit.
Ich weiß, dass Dragstor bereits auf einem zukünftigen Cover zu sehen ist. Diese liegen aber ebenfalls noch mindestens ein bis zwei Monate in der Zukunft. Das macht die Sache daher leider kaum besser.
Hier sollte aus meiner Sicht eine Grundsatzentscheidung getroffen werden. Zum Beispiel:
„Neue Charaktere nur dann anteasern, wenn sie innerhalb von maximal zwei Folgen tatsächlich ihren Auftritt haben.“
Ich möchte damit die ansonsten tolle Arbeit der RETROFABRIK keinesfalls infrage stellen. Vielleicht bin ich auch der Einzige, dem das auffällt und der sich daran stört.
Persönlich nerven mich solche Dinge über eine längere Dauer, zumal sie sich eigentlich leicht vermeiden ließen. Vor allem dann, wenn einem als Zuhörer für neue Charaktere zuvor praktisch der rote Teppich ausgerollt wurde.
Die Sprecherinnen und Sprecher mit tollen Überraschungen
Zurück zu den Highlights: den Sprecherinnen und Sprechern!
Neben dem Hauptcast, der erneut seinen Job spitzenmäßig erledigt, freue ich mich riesig über die Sprecherlegenden Sascha Draeger, Charles Rettinghaus und Lutz Mackensy in meinem Gehörgang.
Allesamt Stimmen, die ich einfach aus vielen Film-, Serien- und/oder Hörspiel-Produktionen liebe und schätze.
Was für eine wunderbare Überraschung, die ich sehr feiere!

Was auffällt: Der Cast ist in dieser Folge überschaubarer. Das ist für mich allerdings ein großer Pluspunkt, denn so bekommt jeder Charakter in der Geschichte genügend Luft. Das kann das Team für meinen Geschmack gerne so beibehalten!
- Matthias Brinck (Regie)
- Mira Kempf (Sounddesign, Schnitt und Mischung)
- Zauberin: Kerstin Draeger
- Man-E-Faces: Peter Laupenmühlen
- Mekaneck: Omid-Paul Eftekhari
- Jitsu: Uve Teschner
- Yabura: Lutz Machensy
- Suke: Sascha Draeger
- Temur: Stephan Chrzeschinski
- Altani: Nadine Wöbs
- Tura: Céline Fontanges
- Bahadur: Charles Rettinghaus
Erneut verdient Mira Kempf für mich ein Extralob.
Die Soundkulisse ist große Klasse!
Schon allein, wenn Man-E-Faces zwischen seinen Gesichtern switcht und sich dadurch seine Stimme fließend verändert. So etwas mag ich einfach sehr.
Ein kleiner Wunsch: Ich hätte gern nicht nur die Schüsse von Laserwaffen & Co. gehört, sondern auch deren Einschläge in Mauern und Umgebungen. Das würde die Kämpfe in meinen Ohren noch wuchtiger machen.

Mein Fazit zu Masters of the Universe-Folge: Das Erbe der Morc
Mit „Das Erbe der Morc“ trifft die RETROFABRIK wieder – trotz kleiner erwähnter Schwächen – meinen Geschmacksnerv.
Action, Spannung, ein reduzierter, aber sehr starker Cast, Spaß an den richtigen Stellen sowie die erwähnten Sprecherüberraschungen haben mich zum Lächeln gebracht.
Hinzu kommt die Soundkulisse, die mich direkt mitten ins Geschehen zieht.
Auch wenn die Geschichte recht simpel ist und das Ende für mich recht plötzlich kommt, macht mir Das Erbe der Morc großen Spaß – und am Ende kommt es doch genau darauf an.

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Info aus Transparenzgründen: Die RETROFABRIK hat mir Folge 9: Das Erbe der Morc kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung und mein Review hat das in keiner Weise beeinflusst.











