Ein Dutzend Masters of the Universe-Hörspiele sind geschafft – mit Folge 12, „Die Glocken von Moraturia“, aus dem Hause der RETROFABRIK!
Ob das auch ein Grund zum Feiern ist, erfahrt ihr in meiner Heldenchaos-Hörspielkritik.

Worum geht’s?

„Prinz Adam, Cringer und Teela verbringen einen ruhigen Nachmittag im Palastgarten von Eternis. Da erscheint die Zauberin von Grayskull in der Gestalt des Adlers Zoar. Sie warnt die Freunde vor Skeletors neuestem Plan. Er ist auf dem Weg zu den Glocken von Moraturia und wenn er sie läutet, erhebt sich das Böse. He-Man und die Verteidiger von Eternis brechen auf, um Skeletor zu stoppen und den Untergang Eternias abzuwenden.“ (Quelle: RETROFABRIK)

Heldenchaos Hörspiel-Review Folge 12 "Die Glocken von Moraturia"

Die Glocken von Moraturia

Nachdem Folge 11 „Die Legende vom Schattennarren“ mein Masters of the Universe-Hörspielherz im Sturm eroberte und Platz 1 meiner Liste erklomm, hatte ich natürlich gewisse Erwartungen an Folge 12 „Die Glocken von Moraturia“. Schließlich prangt mit Mer-Man nicht nur ein Kultcharakter auf dem Cover – auch Skeletor und seine Schergen haben endlich wieder deutlich mehr Hörspielzeit.

Leider musste ich recht ernüchtert feststellen, dass Folge 12 eher eine Art Füllfolge darstellt, die die Geschehnisse aus „Hinter dem Höllentor“ in Teilen aufgreift. Dadurch dürfte der Auftritt von Scareglow wohl nur noch eine (hoffentlich kurze) Frage der Zeit sein – sofern die Macher das Ganze nicht erneut so hinauszögern wie bei Dragstor.

Wie auch immer: Ich muss gestehen, dass ich mir die Folge mehr als dreimal anhören musste, um mir überhaupt eine Meinung darüber zu bilden. Das zeigt mir allerdings auch, dass sie mich einfach nicht erreicht oder gepackt hat.
Irgendwie ist das Gehörte für mich nichts Halbes und nichts Ganzes.

Das liegt noch nicht einmal ausschließlich an der eher belanglosen und unmotivierten Geschichte. Vielmehr gibt es in dieser Folge einige Mängel, die ich von der RETROFABRIK so nicht gewohnt bin und die mich deshalb umso mehr erstaunt haben.

Sprecher, Sounds und Musik

Lobte ich bisher die Sprecherinnen und Sprecher für ihre Leistungen, muss ich hier zum ersten Mal etwas davon abrücken – den Hauptcast möchte ich dabei allerdings ausdrücklich ausklammern, denn an dessen Leistung gibt es für mich nichts zu meckern.

Was allerdings in der Rückblende passiert, in der Karak die Stadt Moraturia angreift, hat mich kopfschüttelnd zurückgelassen.

Ich weiß wirklich nicht, was hier passiert ist, aber das ist zumindest für meinen Geschmack ganz schlechtes Ohrenkino. Die Stimme von Monro, dem Trollaner, tut mir in den Ohren weh und klingt wie ein heruntergepitchter Orko. Ja, Geschmackssache!
Viel schlimmer wiegt für mich allerdings: Bei der Priesterin und Monro stimmen für mich weder die stimmliche Leistung noch das schauspielerische Auftreten.

Was ich damit meine: Während Karaks Angriff auf die Stadt herrschen Panik und Entsetzen. Überall gibt es Tote und Verletzte. Doch die Priesterin und Monro wirken so unbeteiligt und unmotiviert, als hätte das alles überhaupt nichts mit ihnen zu tun. Sie erkennen die Gefahr, sprechen sie auch an, aber von der Emotion kommt bei mir als Zuhörer rein gar nichts an.
Das ist bitter und etwas, das ich bisher in keinem anderen Masters of the Universe-Hörspiel der RETROFABRIK erlebt habe.
Auch die Anhänger klingen so, als ob sie irgendwelche entspannten Substanzen zu sich genommen haben, als dass Panik bei ihnen vorherrscht.

Wer mich kennt, weiß, dass ich weder überdramatisiere noch etwas unnötig schlechtreden möchte.
Ich weiß, wie viel Arbeit, Fleiß und Liebe in solchen Produktionen stecken und habe da absolute Hochachtung vor!

Aber hier kann ich weder etwas schönreden noch darüber hinwegsehen. Aus meiner Sicht muss hier irgendetwas gehörig schiefgelaufen sein. Ich möchte nichts hineininterpretieren oder unterstellen. Deshalb kann ich lediglich für mich feststellen, dass die Dialogregie hier schlicht keinen guten Job gemacht hat.

Nochmals: Der Hauptcast liefert erneut gewohnt gut ab. Aber dieser Rückblick ist einfach – zumindest aus meiner Sicht – schlecht.

Und dann haben wir da noch Mer-Man, der zum ersten Mal eine etwas größere Sprechrolle bekommt. Ich war richtig gespannt darauf. Schließlich waren bereits die Besetzungen von Snout Spout oder Man-E-Faces für mich auf den Punkt.

Aber auch hier muss ich leider meckern, denn seine Stimme passt für mich einfach nicht. Nicht, weil sie vielleicht zu jung klingt – das wäre für mich kein Problem. Vielmehr klingt sie zu edelmütig und eher wie die eines Helden als die eines Bösewichts aus den Tiefen der Meere.

Schade, dass ich auch hier zum ersten Mal feststellen muss, dass für mich eine Stimme nicht zu einer Rolle passt – auch wenn das natürlich nur meine persönliche Meinung ist.

Die Musik und die Sounds sind auf gewohnt gutem Niveau.

  • Matthias Brinck (Regie)
  • Gunnar Sadlowski, Alex Streb und Mathias Gall (Autorenteam)
  • Mira Kempf (Sounddesign, Schnitt und Mischung)
  • Musik: Benjamin Hübbertz-Ivartnik
  • Cover: Reyad Yousri
  • Illustrationen: Karsten Klintzsch
  • Erzähler: Patrick Messe
  • Prinz Adam/He-Man: David M. Schulze
  • Teela: Lisa Cardinale
  • Man-At-Arms: Achim Buch
  • Orko: Matthias Brinck
  • Zauberin: Kerstin Draeger
  • Fisto: Jens Wendland
  • Extendar: Mathias Renneisen
  • Mekaneck: Omid-Paul Eftekhari
  • Ram-Man: Christian Jungwirth
  • Skeletor: Johannes Steck
  • Evil-Lyn: Maria Koschny
  • Trap Jaw: Daniel Welbat
  • Tri-Klops: Detlef Tams
  • Clawful: Erik Schäffler
  • Beast Man: Thomas Balou Martin
  • Mer-Man: Dirk Hardegen
  • Karak: Ferenc Husta
  • Sultra: Franciska Friede
  • Nautus: Mathias Bauer
  • Fluvius: Christoph Walter
  • Monro: Andreas Niedermeier
  • Priesterin: Pamela Punti

Alles schlecht?

Meine oben genannte Kritik heißt nicht, dass das Hörspiel damit ein Totalausfall ist – aber es ist leider auch kein Highlight.
Die Geschichte plätschert (ungewolltes Wortspiel, wer den Plot des Hörspiels kennt) für mich so vor sich hin, hat kaum Höhen und Tiefen, sondern bietet für mich immer wieder Punkte, an deinen sich zumindest meine Ohren stören.
Ja: Es soll auf Scareglow vorbereiten und natürlich bin ich gespannt, was Evil-Lyn Karak unbewusst verraten hat (höre die Post-Credit-Scene).
Aber wenn man mich nach Highlights fragt, fällt mir auch nach etwas Überlegung nichts ein.

Der Anfangsdialog erinnert mich ein bisschen an die alten MotU-Hörspiele von EUROPA, in denen Orko immer wieder Schabernack mit den Helden spielt. Das fand ich auch vom Bild er sehr nett.

Besonders hervorheben möchte ich, dass die RETROFABRIK das Hörspiel „Die Krone der Ninkasi“ kostenlos belegt. Das ist eine tolle Überraschung und alles andere als selbstverständlich! Vielen Dank dafür! :)

Heldenchaos Hörspiel-Review Folge 12 "Die Glocken von Moraturia"

Letzter Platz

Machen wir es erneut kurz: Masters of the Universe Hörspielfolge 12 „Die Glocken von Moraturia“ ist meine neue letzter Platz.
Ich finde keinerlei Draht zu dem Hörspiel, was an weiter oben genannten Inhalten liegt.

Sehen wir es positiv: Die RETROFABRIK hat 11 gute bis sehr gute Hörspiele abgeliefert. Da verzeihe ich es, wenn zumindest mich eine Geschichte aus Gründen nicht erreicht und anspricht.
Ich bin mir sicher, dass das bei Folge 13 wieder der Fall sein wird!

Meine Heldenchaos Masters of the Universe Hörspiel-Reviews


Info aus Transparenzgründen: Die RETROFABRIK hat mir Folge 12: Die Glocken von Moraturia kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung und mein Review hat das in keiner Weise beeinflusst.