Mit Masters of the Universe Hörspielfolge 11 „Die Legende vom Schattennarren“ gibt es diesmal einen Titel, der einen zunächst veralbern könnte. Dass es sich hier aber um eines der besten bisherigen MotU-Hörspiele der RETROFABRIK handelt, erfährst du in meiner Hörspiel-Review.

Worum geht’s?

„Eine Expedition auf Eternia endet in einem Desaster. Teela wird schwer verwundet und nur ein uraltes Geheimnis könnte ihr Leben retten. Während He-Man, Clamp Champ und Snout Spout sich auf eine gefährliche Reise in das Reich des Schattennarren begeben, um nach einem Heilmittel zu suchen, ziehen dunkle Mächte ihre Netze zusammen. Die Zeit läuft. Für Teela und für den gesamten Planeten.“ (Quelle: RETROFABRIK)
Laufzeit: 67 Minuten, ab sofort erhältlich.

Screenshot

Die Legende vom Schattennarren

Der Titel des Hörspiels wird vielleicht keinen Preis gewinnen. Aber wichtig ist ja der Inhalt – und der vermag zu glänzen.

Alles dreht sich darum, dass Teela von Dragstor mit einem Armbrustbolzen vergiftet wird und sich die Helden aufmachen, ein Gegengift zu finden.
Klingt – zumindest beim Thema Vergiftung – bekannt? Ist es auch, und nicht erst seit Folge 10 eine bekannte Herausforderung.

Umso mehr musste ich auflachen, als Man-At-Arms direkt am Anfang die Anspielung macht, dass das nicht zur Gewohnheit werden sollte.

Warum mich dieses Masters of the Universe-Hörspiel so begeistert? Weil es in meinen Ohren das bisher kurzweiligste der ganzen Reihe ist.
Mit dem ersten Auftritt von Dragstor (ENDLICH!), der Vergiftung Teelas, unterhaltsamen Dialogen – besonders innerhalb der Wilden Horde – und generell viel Spaß und Action passiert hier eine ganze Menge. Trotzdem wirkt das alles angenehm leicht und macht schlicht Spaß beim Anhören.

Spaß hatte ich neben der oben genannten Anspielung von Man-At-Arms auch bei der auf Gwildor, der in kein Fahrzeug der Masters passt. Das war ja schon damals in den 80ern ein großes Problem, da die Actionfigur baubedingt in kein Fahrzeug Platz nehmen konnte.

Auch die Dialoge zwischen Leech, Mantenna, Grizzlor und nun auch Dragstor machen viel Freude.
Besonders der hochmütige Dragstor muss relativ schnell einsehen, dass Hochmut vor dem Fall kommt und er vielleicht doch nicht sooo unschlagbar genial ist, wie er von sich selbst denkt.

Dann ist da noch Marle, die mir mit ihrem größeren Sprecherinnenanteil so viel Vergnügen bereitet hat, dass ich sie am liebsten direkt zu einem Date einladen würde. Ein wahrer Hörgenuss, was die wunderbare Christiane Werk da abliefert!

Als ob das nicht schon genug des Guten wäre, ist da noch der ominöse Galen, der wahrscheinlich nur eingefleischten Masters-Kennern etwas sagt. Schon jetzt bin ich sehr gespannt, wie seine Geschichte weitererzählt wird und welcher Namen auf der Kassette nicht zu hören ist.

Sprecher, Sounds und Musik

Wie immer sind alle professionellen Sprecherinnen und Sprecher auf Top-Niveau. Für meine Ohren passt hier alles auf den Punkt.

Leider fallen die vergangenen Massenaufnahmen mit einer Vielzahl von Masters-Fans für mich hier deutlich ab.
Die Bürger Eternias wirken mit ihren Ausrufen rund um Dragstor und Teelas Verletzung so, als wären sie a) bekifft oder b) schlicht nicht die Hellsten.

Auch wenn die damalige Aktion medienwirksam sehr gut ankam – ich habe es ja selbst gefeiert –, sind zumindest die verwendeten Aufnahmen für diese Folge in meinen Ohren nicht passend.
Glück im Unglück: Es sind nur sehr wenige Lines, die man zu hören bekommt.

Umso schöner ist, dass man dem Sprecher von Dragstor (Joachim Ziebe) anmerkt, wie sehr er in seinem Charakter aufgeht und buchstäblich Gas gibt. Richtig toll!

Wie bereits weiter oben erwähnt, finde ich es wunderbar, dass Christiane Werk deutlich mehr Sprechzeit für ihre Rolle als Marle bekommt. Hach!

Dass Orko und Battle Cat sowie Skeletor samt Anhängerschaft keinen Auftritt haben, empfand ich als willkommene Abwechslung und nicht störend – auch wenn mir Evil-Lyn stimmlich etwas gefehlt hat.
Dafür bekommt man umso mehr Wilde Horde auf die Ohren. Und hier sind Leech, Mantenna und Grizzlor einfach großartig und machen maximalen Spaß.

Wie Mira Dragstor soundtechnisch angelegt hat, wenn er auf seinem Einrad unterwegs ist, finde ich super. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch die Szene, in der eine gewisse Kassette in ein Abspielgerät eingelegt wird, lässt sicherlich nicht nur mein altes Nerdherz höherschlagen.

  • Matthias Brinck (Regie)
  • Gunnar Sadlowski, Alex Streb und Mathias Gall (Autorenteam)
  • Mira Kempf (Sounddesign, Schnitt und Mischung)
  • Musik: Benjamin Hübbertz-Ivartnik
  • Cover: Reyad Yousri
  • Illustrationen: Karsten Klintzsch
  • Erzähler: Patrick Messe
  • Prinz Adam/He-Man: David M. Schulze
  • Teela: Lisa Cardinale
  • Man-At-Arms: Achim Buch
  • Snout Sput: Heiko Obermöller
  • Clamp Champ: Tino Keißling
  • Extendar: Mathias Renneisen
  • Hordak: Wolfgang Häntsch
  • Dragstor: Joachim Ziebe
  • Grizzlor: Christian Deutsch
  • Gwildor: Ronald Spiess
  • Leech: Klaus Krückemeyer
  • Modulok/Galen: Enno Kalisch
  • Mantenna: Toni Sattler
  • Marle: Christiane Werk
  • Rala: Katharina Koschny

Meine neue Masters of the Universe-Nummer 1

Machen wir es kurz: Masters of the Universe Hörspielfolge 11 „Die Legende vom Schattennarren“ ist meine neue Nummer 1.
Nach einigen durchschnittlichen Folgen lässt die RETROFABRIK hier wieder ihre Muskeln spielen.

Für meine Hörspiel-Reviews höre ich die jeweiligen Folgen mindestens drei- bis viermal, bevor ich zu einem abschließenden Urteil komme.
„Die Legende vom Schattennarren“ hat es mir denkbar einfach gemacht. Bereits beim ersten Anhören hatte ich maximalen Spaß – und der wurde auch beim x-ten Mal nicht geschmälert.

Diese Folge ist so rund wie Dragstors Rad.

Bevor ich es vergesse: In dieser Folge erwarten euch gleich zwei Post-Credit-Szenen. Also nicht abschalten!

Meine Heldenchaos Masters of the Universe Hörspiel-Reviews


Info aus Transparenzgründen: Die RETROFABRIK hat mir Folge 11: Die Legende vom Schattennarren kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung und mein Review hat das in keiner Weise beeinflusst.