Die Masters of the Universe Hörspielserie der RETROFABRIK feiert mit der Folge „Die Macht der Träume“ ihren zweistelligen Geburtstag.
Ob dieses Ereignis ein Grund zur Freude ist oder man lieber auf Folge 11 warten sollte, erfahrt ihr in meiner Hörspielkritik.
Worum geht’s?
Im Palast von Eternis herrscht große Unruhe. König Randor und Königin Marlena bangen um ihren Sohn, den Thronfolger. Prinz Adam schwebt in höchster Gefahr: Er erwacht nicht mehr aus einem tiefen Schlaf und die Traumwelt, in der er als He-Man gefangen ist, wird von Augenblick zu Augenblick bedrohlicher. Trägt der Fremde, der in Eternis aufgegriffen wurde, Schuld an Adams Zustand? Die Burg Grayskull und ganz Eternia schweben in Gefahr, wenn ihr größter Verteidiger nicht erwacht. (Quelle: RETROFABRIK)
Laufzeit: 67 Minuten, ab sofort erhältlich.

Die Macht der Träume
In vielleicht keiner anderen Folge zuvor bringen die Autoren so viele aufgemachte rote Fäden zusammen wie in dieser.
Nicht nur das: Man erfährt auch mehr über Hordaks Machenschaften, neue Charaktere werden eingeführt, die Lore wird weiter ausgebaut und es gibt viel Action.
Hätte ich die Info erhalten, was sich die Autoren für diese Folge vornehmen, hätte ich dazu geraten, sich auf einige wenige Aspekte zu fokussieren, um sich nicht zu übernehmen.
Aber Entwarnung: In meinen Ohren ist das alles geglückt, und es macht mir vor allem eins – Spaß beim Anhören!

Direkt am Anfang nimmt das Hörspiel Bezug auf Folge 7 „Der Raubzug der Arche“. Das hat mir sehr gut gefallen. Genau so gut wie die Suchergilde, die der Welt von Eternia noch mehr Abwechslung und Tiefe verleiht. Ich bin gespannt, ob und wie die Gilde in zukünftigen Hörspielen Einfluss auf die Geschichte haben wird.
Die Trainingssession zwischen Teela (höre dir hier die Heldenchaos Podcast-Folge mit Lisa Cardinale, Stimme von Teela, an) und Prinz Adam + anschließendem Kampf der beiden gegen die bösen Schergen ist – wie vieles in dieser Folge – stimmig beschrieben und macht Spaß beim Anhören.
Der Disput zwischen Teela, der Zauberin und He-Man in der Traumwelt, sowie die vielen Sorgen der zu erfüllenden Rolle vom Stärksten der Starken sind richtig gut und betrachten die sonst so gewohnten Eckpfeiler der Geschichte aus einem anderen Licht.
Auch wie die Horde das abgestürzte Raumschiff durchsucht und dort das ein oder andere spannende „Equipment“ findet, ist für mich sehr spannend und interessant erzählt.
Abseits der Horde hat auf der Seite Skeletors Evil-Lyn einen größeren Auftritt, die auch gleich eine kleine feine Anspielung auf einen gewissen „Nebel des Vergessens“ macht. Hier gefällt mir, dass sie einmal ohne Skeletor agiert, um an ihr Ziel zu kommen.

Erklärbär
Auffällig ist, dass in „Die Macht der Träume“ der Redeanteil von Erzähler Patrick Messe (hör dir hier die Heldenchaos Podcast-Folge mit ihm an) deutlich größer ist. Das gefällt mir sehr gut, denn so zieht er mich als Zuhörer noch besser in die jeweilige Szenerie hinein. Das kann die RETROFABRIK gerne so beibehalten.
Was mir ebenfalls gefallen hat: In He-Mans Traum werden viele rote Fäden aus den vorherigen Folgen aufgegriffen, um sie zu sortieren sowie das Für und Wider und die Herausforderungen anzusprechen, die sich seit neun Folgen ergeben haben. Auch Cringer hat einen Anteil daran, der immer wieder Fragen aufwirft, diese beantwortet oder Inhalte sortiert.
Dass nun endlich Snout Spout, der vor vielen Episoden bereits ein erstes Törööö von sich gab, seinen Auftritt samt Origins-Story bekommt, habe ich sehr gefeiert. Auch dass der Sprecher für mich sehr gut passt und die Rolle prima interpretiert.
Leicht runzeln musste ich meine Stirn nur aufgrund der Aussage, dass sein Rüssel anfangs als Tentakel betitelt wird. Aber das ist am Ende auch nur eine Kleinigkeit – vor allem, weil die Lore richtig gut ist!

Sprecher, Sounds und Musik
Die Sprecher performen alle gewohnt auf einem hohen Niveau, wobei mir besonders Cringer bzw. Battle Cat (Pat Zwingmann) aber auch Snout Spout (Heiko Obermöller) sehr gut gefallen. Einzig eine junge Heilerin fällt ab.
Ich hoffe, Snout noch häufiger in den kommenden Abenteuern erleben zu können.
Meiner Meinung nach hat Cringer in dieser Folge auch die Hauptrolle inne. Finde ich prima!
Wenn ich mich nicht irre, hat die Musik eine kleine Frischzellenkur erhalten und ist um mindestens einen Song erweitert worden – so zumindest mein Eindruck, da mir das Stück direkt am Anfang sehr neu vorkam.
Feuerte Mira Kempf (verantwortliche Sounddesignerin der Masters of the Universe-Hörspiele – höre dir hier die Heldenchaos Podcast-Folge mit ihr an) in den Folgen davor ein immer größer werdendes Soundfeuerwerk ab, ist Folge 10 für meine Ohren etwas gedrosselt. Nicht, dass es sich um eine ruhigere Folge handeln würde, aber ganz so brachial geht es hier nicht zu. Das finde ich aber auch nicht sonderlich schlimm, sondern passend zum Gesamtsetting.
Ach ja: Das fiese Aussagen-Geräusch von Leech fand ich richtig gut!
Was mir nicht so gut gefallen hat
Nach „Hinter dem Höllentor“ fällt mir abermals auf, dass meiner Meinung nach auch „Die Macht der Träume“ zum Ende hin etwas die Luft ausgeht – allerdings fällt es für meinen Geschmack deutlich weniger ins Gewicht. Trotzdem sollte sich die RETROFABRIK überlegen, auch mal kürzere Hörspiele zu produzieren, insbesondere wenn man bemerkt, dass der eigentliche Plot keine abendfüllende Veranstaltung ist.
Den Cliffhanger am Ende finde ich klasse – auch wenn ich meine Kritik abermals wiederhole, dass die Einführung von Dragstor deutlich, deutlich, DEUTLICH zu lange braucht! Oder wie Theydon selbst sagt: „Lass uns endlich anfangen!“.
Die Gefahren durch He-Mans Träumereien auf Eternia hätte man stärker in den Vordergrund stellen können. Das kommt für meinen Geschmack doch etwas zu kurz.
Wie spannend wäre es gewesen, wenn die Schergen Skeletors dem Palast immer näher kommen, während die Helden fieberhaft auf das Erwachen von Prinz Adam bzw. He-Man hinfiebern?
So ist die Folge mehr oder weniger einzig dafür da, um Dinge in den bisherigen Folgen für die Zuhörer zu sortieren – was nicht grundsätzlich falsch sein muss. Leider bleibt dabei die Spannung etwas auf der Strecke.

Meine Meinung zu Folge 10: Die Macht der Träume
Für mich ist „Die Macht der Träume“ eine gute Folge, die mir auch beim wiederholten Anhören Spaß gemacht hat. Damit reiht sie sich ohne große Aussetzer nach unten im guten Mittelfeld für mich ein.
Ab der zweiten Hälfte bricht die Spannung meiner Meinung nach etwas ab und kann den sehr guten Start sowie die vielen interessanten Anspielungen nicht bis zum Ende halten. Die Auflösung des Abenteuers ist Masters-typisch relativ simpel hergeleitet. Da mache ich den Machern aber keinen Vorwurf draus.
Dass man sich einmal auf eine andere Erzählweise eingelassen hat, mag den ein oder anderen unter Umständen stören. Ich finde es aber mutig und notwendig, um nicht im Alltagsbrei zu verkommen. Da schadet das ein oder andere positive Aufrütteln in der Erzählweise nicht.
Meine Heldenchaos Masters of the Universe Hörspiel-Reviews
- Die neue Masters of the Universe Hörspiel-Serie der RETROFABRIK kaufen
- Meine Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 1: Im Netz des Bösen
- Meine Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 2: Die Burg der Zeitlosen
- Mein Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 3: Der Kristallschild
- Mein Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 4: Das Schwert der Verdammnis
- Mein Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 5: Der Thron aus Eis
- Mein Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 6: Im Tal der Bestien
- Mein Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 7: Der Raubzug der Arche
- Mein Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 8: Hinter dem Höllentor
- Mein Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 9: Das Erbe der Morc
- Mein Hörspiel-Review zu Masters of the Universe, Folge 10: Die Macht der Träume
Info aus Transparenzgründen: Die RETROFABRIK hat mir Folge 10: Die Macht der Träume kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung und mein Review hat das in keiner Weise beeinflusst.











