Greenland mit Gerard Butler schickt sich an, den diesjährigen Kinoherbst zu pushen.
Ob es sich hier um einen stereotypischen Katastrophen-Film handelt, liest du in meiner Filmkritik.

Worum geht’s?

Greenland Filmplakat, Tobis

“Ein riesiger Komet rast in hoher Geschwindigkeit auf die Erde zu und soll Berechnungen zufolge vor Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Doch die Prognosen stimmen nicht – ein erstes Fragment des Kometen stürzt nicht ins Meer, sondern zerstört stattdessen ganz Florida. Gerüchte, dass nur ein ausgewählter Kreis von Personen in Sicherheit gebracht werden kann, machen bereits die Runde, als Ingenieur John Garrity (Gerard Butler) von der US-Regierung aufgefordert wird, sich sofort gemeinsam mit seiner Frau Allison (Morena Baccarin) und Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) zu einer Militärbasis zu begeben. Von dort aus sollen sie an einen Ort ausgeflogen werden, an dem das Überleben möglich sein soll: Grönland. Doch die Fahrt dorthin wird zum Spießrutenlauf und die Familie im Chaos verzweifelnd fliehender Menschen und plündernden Horden auseinandergerissen. Wie sollen sie sich je wiederfinden, und wo ist man überhaupt noch sicher?“ Quelle: Tobis

Gerard Butler vs. Komet Clarke

Nach dem Filmflop Geostorm will es Gerard Butler mit Greenland erneut im Genre der Katastrophen-Filme wissen.
Der Fokus liegt hier allerdings weniger auf der eigentlichen Katastrophe, welche mit möglichst viel Effekt-Gewitter über den Zuschauer hereinbricht, als vielmehr auf dem Zwischenmenschlichen.

Ein Grund dafür ist sicherlich auch, dass Greenland nur ein Produktionsbudget von knapp 35 Millionen US-Dollar zur Verfügung hatte. Da muss man sparen, wo man kann. Und für groß angelegte Special Effects ist dann kein Platz.

Letztendlich ist aber genau das der entscheidende Faktor, der aus Greenland einen richtig guten Film macht.

Greenland Filmkritik
Greenland, Tobis

Mit Herz und Gefühl gegen den Kometen

Liegt der Fokus in Katastrophen-Filmen häufig genug nur auf der eigentlichen Katastrophe als auf den Charakteren, dreht Greenland das Ganze ins Gegenteil um. Spannend, mitreißend und gefühlvoll will Greenland sein – und das gelingt richtig gut.

John Garrity (Gerard Butler) ist Hochhausbauer und wollte eigentlich mit seiner Frau Allison (Morena Baccarin) und dem gemeinsamen Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) ein kleines Nachbarschaftsfest feiern, als ihn eine Nachricht der US Katastrophen-Behörde auf seinem Smartphone erreicht.
Inhalt: Er soll sich in wenigen Stunden mit seiner Familie auf einer Militärbasis einfinden.
Was er anfangs für einen Fake hält, stellt sich allzu bald als lebensbedrohliche Wahrheit heraus.
Denn der Komet Clarke, der eigentlich in sicherer Entfernung an der Erde vorbeirasen sollte, lässt jede Menge kleine und große Kometensplitter durch die Atmosphäre regnen.
Das daraus resultierende Ergebnis: Der unweigerliche Untergang der Welt und nur wenige Auserwählte, die in Schutzbunker nach Grönland gebracht werden sollen, um dort ihr Überleben zu sicher – so, wie Hochhausarchitekt John und seine Familie.

Greenland Filmkritik
Greenland, Tobis

Das Ticket zum Überleben

Auf der Reise nach Grönland warten allerdings jede Menge Hindernisse. So wird die Familie unter anderem getrennt, der Junge entführt, sich erst nach vielen Herausforderungen wiedergefunden, ums Überleben gekämpft und schwierige Entscheidungen gefällt.
Auf ihrem Weg lernen sie einige böswillige Charaktere kennen, aber auch die Barmherzigkeit, Menschlichkeit und Demut vieler, teils unerwarteter Helfer.

Da Gerard Butler in Greeland keinen 08/15-Helden, sondern einen ganz normalen Vater spielt, wächst einem die Familie schnell ans Herz. So fiebere ich mit ihnen mit und die ständigen Ups & Downs in der Geschichte halten mich bei Laune.

Greenland Filmkritik
Greenland, Tobis

Greenland ist Katastrophe mit viel Nervenkitzel

Wie erwähnt, wartet hier kein Effekt-Feuerwerk auf den Zuschauer, wie er es aus Filmen wie 2012 & Co. kennt. Special Effects kommen vereinzelt zum Einsatz.
Durch den Fokus auf die Familie und deren Herausforderung, es innerhalb des Zeitlimits bis in den Bunker zu schaffen, funktioniert der Film ausgesprochen gut.
Die drohende Katastrophe ist allgegenwärtig, wird einem aber nicht laufend durch Special Effects auf’s Auge gedrückt.

Und wenn mal in die CI-Trickkiste gegriffen wird, sind die Ergebnisse durchaus sehenswert – wenn auch nicht übermäßig spektakulär.

Greenland
Film-Release DE22.10.2020
Filmlänge120 Minuten
FSK12
DarstellerGerard Butler, Morena Baccarin, Scott Glenn
RegieRic Roman Waugh
FilmverleihTobis